Die Kreisjägerschaft Paderborn hat im Juli mit guter Resonanz ein Anschuss-Seminar für Jägerinnen durchgeführt. Denn wer kennt solch eine Situation nicht? Im letzten Büchsenlicht lag das Stück nicht im Feuer. Weder Schnitthaar noch Schweiß finden sich am Anschuss – nun ist ruhiges und besonnenes Handeln gefragt. Ist das Stück gefehlt? Liegt das Stück nur wenige Meter weiter? Kann mit dem eigenen, brauchbaren Hund nachgesucht werden oder sollte besser der Profi gerufen werden?

In einem umfangreichen Vortrag im ersten Teil des Seminars gingen Nachsuchen Führer Mario Wördemann und Verbandsrichter / Sonderrichter Schweiß im JGHV Ralf Dohrmann zunächst auf die theoretischen Grundlagen ein, die eine fundierte Schlussfolgerung aus den Pirschzeichen nach dem Schuss möglich machen. Anschaulich vermittelten die beiden Praktiker, worauf man vor, während und nach dem Schuss achten muss, damit eine verantwortungsvolle Beurteilung der Situation durch den Schützen möglich ist. Beide Referenten gaben ihre langjährige Erfahrung weiter und hoben auch die Unterschiede im Verhalten der verschiedenen Wildarten nach dem Schuss hervor.
Nach ausführlicher Beantwortung aller Fragen und einer kleinen Stärkung ging es für die 15 Damen und die beiden Schweißhunde Leo und Camilla in ein nahes gelegenes Revier, um das theoretisch Gelernte praktisch anwenden zu können.
An mehreren Stationen hatten die Teilnehmerinnen nun die Gelegenheit, an verschiedenen Anschüssen selbst nach Pirschzeichen wie Schweiß, Knochensplitter, Schnitt- und Risshaar zu suchen und die Situationen zu beurteilen.
Abschließend wurde eindrucksvoll der Unterschied der Wirkungsweise zwischen Kurz – und Langwaffe demonstriert. Bei einem Stück Kuchen im Wald konnten die Teilnehmerinnen das Erlebte Revue passieren lassen und hatten nochmals Gelegenheit, sich untereinander und mit den beiden Schweißhundeführern auszutauschen.

Waidgerechtigkeit und Tierschutz sind die Grundlagen unseres jagdlichen Handelns und die Nachsuche von krankem Wild ist fester Bestandteil unserer Jagdkultur. Daher stehen den Jägern in NRW für Nachsuchen auf Schalenwild die von den Unteren Jagdbehörden bestätigten Schweißhundstationen kostenlos zur Verfügung.
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